ERFOLGE VON SAVE FOOD: Mango-Projekt.

Was SAVE FOOD erreichen kann, zeigt das Mango-Projekt in Kenia.

Ausgangspunkt ist eine Studie von SAVE FOOD mit einer dramatischen Zahl: 300.000 Tonnen der Mango-Ernte gehen verloren, weil sie nicht rechtzeitig geerntet oder nicht schnell genug verarbeitet werden.                

Erfolgsrezept

Mangobeutel
Mangos, die den Hunger nicht stillen können
Der Export von Lebensmitteln, insbesondere Früchten, ist eine der wichtigsten Einkommensquellen in Kenia. Schaut man sich die Zahlen an, wird deutlich: Allein im südlichen Afrika verderben rund 50 Prozent des Frucht- und Gemüsevorkommens während Produktion, Lagerung, Transport oder Verarbeitung und kommen deswegen nie auf dem Markt an. Für die Bauern, deren Lebensunterhalt vom Verkauf der Produkte abhängt, sind dies unhaltbare Zustände.

Beispiel Mangos: Rund 300.000 Tonnen der in Kenia wachsenden Mangos schaffen es nie auf den Markt. Viele Früchte verderben bereits am Baum, weil die Bauern nicht die Ressourcen haben, sie beizeiten zu ernten; ein großer Teil geht auch in den sich anschließenden Schritten verloren, etwa weil die Früchte schlecht oder zu lange gelagert, nicht schnell genug verarbeitet oder unzureichend geschützt beziehungsweise rechtzeitig transportiert werden. Angesichts der gewaltigen Armut im Land sind dies unhaltbare Zustände.

Weltweit werden laut Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bis zu 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel jährlich verschwendet. Sie verderben zwischen Feld und Teller, werden Standards nicht gerecht und als unverkäuflich entsorgt oder schlicht nicht rechtzeitig konsumiert. Zahlen, die schockieren und nicht nur im Hinblick auf die Welternährungssituation ein großes Problem darstellen, sondern auch eine CO2-Emission von jährlich rund 3,3 Gigatonnen verursachen.
 Foto: © Flickr.com / todbaker, Tod Baker


Erfolg inspiriert: Das Projekt scheint Nachahmer zu finden - seit 2011 sind die Mangoexporte aus Kenia um 400 Prozent gestiegen. Foto: © Flickr.com / todbaker, Tod Baker
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Haltbarkeit ist der Schlüssel
Hoffnung geben Erfolgsgeschichten wie die des Unternehmens Azuri Health und der Geschäftsführerin Tei Mukunya. Fünf Jahre war Mukunya als Marketingberaterin für einen der größten Tabakkonzerne der Welt tätig, bis sie als Beraterin für ein Entwicklungsprojekt mit kenianischen Mangobauern anheuerte. Schockiert von den hohen Verlustzahlen entschied sich Mukunya, ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich des Mango-Problems anzunehmen. Sie fand schnell heraus, dass der beste Weg, um die Früchte vor dem Verderben zu bewahren, war, sie zu trocknen. So begann sie mit vier Frauen aus dem Dorf in einer Hütte im Garten ihres Hauses, von Hand die Mangos zu schälen, zu schneiden und anschließend mithilfe eines elektrischen Dörrgeräts und eines Solartrockners zu aromatischen Trockenfrüchten zu verarbeitet.
Erfolg handmade
„Ich hatte am Anfang überhaupt keine Ahnung von dem Geschäft. Ich kannte mich mit Zahlen aus und Vermarktungsmöglichkeiten, aber doch nicht mit landwirtschaftlicher Produktion. Das musste ich alles neu lernen.“, sagt Mukunya. Knapp zehn Jahre später ist aus dem kleinen Betrieb in ihrem Garten ein expandierendes Unternehmen geworden, mit 30 Mitarbeitern, einer kleinen aber feinen Produktionsanlage und einer monatlichen Produktion von rund zehn Tonnen getrockneter Mangos. Tendenz steigend.

      

Azuri Health

Erfolgsrezept: Mangos trocknen und vor dem Verderb schützen. Foto: Azuri Health

Internationale Unterstützung
Für den Erfolg brauchte es neben lokalen Partnern vor allem das richtige Know-how und die notwendige Infrastruktur. Unterstützung fand die Unternehmerin bei der Initiative SAVE FOOD von FAO, UNEP und Messe Düsseldorf sowie ganz konkret bei deren Mitgliedern, dem Verpackungsunternehmen WIPF, den Verbänden EAFA - European Aluminium Foil Association e.V. und FPE – Flexible Packaging Europe, beim Maschinenbauer Multivac, der Bosch Gruppe, dem Druckfarbenhersteller Siegwerk und bei der Beratungsagentur africon. So konnte aus dem kenianischen Selfmade-Unternehmen ein Projekt unter internationaler Beteiligung werden. Neben finanziellen Hilfen erhielt das Azuri Health wichtige Beratung für den Bau und Betrieb neuer Anlagen, zu notwendigen Lean-Management-Maßnahmen und nicht zuletzt die richtigen Kontakte für ein Netzwerk, das das große Ziel unterstützen sollte, nach Europa, Großbritannien, USA und Japan zu expandieren.

Ein erster Schritt ist bereits getan: Im Herbst 2016 wurde mit dem Bau einer neuen Produktion in Thika in der Nähe von Nairobi begonnen. Hier soll eine Produktionsstätte entstehen, die internationalen Standards gerecht wird und die geplante Vergrößerung der Produktion bewältigen kann. Den Bau haben Gelder der SAVE FOOD Initiative ermöglicht, für neue Trocknungsgeräte sind durch Fundraising inzwischen auch die notwendigen Mittel zusammengekommen.