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Sie befinden sich hier: Presse. News. 2012. Mai.

Fraunhofer: Nachhaltige Folienbeschichtung aus Molke

Fraunhofer: Nachhaltige Folienbeschichtung aus Molke

Fertigprodukte erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Geschützt werden die Lebensmittel meist durch Folien, die auf fossilen Rohstoffen basieren. Forscher des Fraunhofer Instituts haben jetzt nicht nur ein Biomaterial aus Molkeprotein entwickelt, sondern auch ein wirtschaftliches Verfahren, mit dem sich Multifunktionsfolien industriell herstellen lassen.

Ob abgepackter Camembert oder eingeschweißter Leberkäse: Ohne die richtige Verpackung geht heute nichts mehr. Die Lebensmittel müssen geschützt werden – vor Sauerstoff, Wasserdampf und chemischen sowie biologischen Einflüssen. Und natürlich sollen sie möglichst lange frisch bleiben. Oft schützen transparente Mehrschichtfolien Nahrung vor externen Einflüssen. Damit möglichst wenig Sauerstoff an das Nahrungsmittel gelangt, werden häufig Polymere wie Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer (EVOH) als Barrierematerial verwendet. Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung schätzt, dass im Jahr 2014 in Deutschland mehr als 640 Quadratkilometer an Verbundmaterialien mit EVOH als Sauerstoffbarriere-Schicht produziert und verbraucht werden – das entspricht in etwa der Fläche des Bodensees. Da liegt es auf der Hand, ein nachhaltiges Verpackungsmaterial zu entwickeln, das Ökonomie mit Ökologie verbindet. In dem EU-Projekt »Wheylayer« nutzen Forscher Molkeprotein statt petrochemisch basierter Kunststoffe. Die in der Molke natürlich vorkommenden Inhaltsstoffe verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, und die Molkeproteinschicht lässt sich biologisch abbauen. Die Forschungsergebnisse sind vielversprechend. »Es ist uns gelungen, eine Formulierung aus Molkeprotein als Basis für die Folienbeschichtung zu gewinnen. Und wir haben einen Prozess entwickelt, mit dem sich die Multifunktionsfolien im industriellen Maßstab wirtschaftlich herstellen lassen«, resümiert Markus Schmid vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising.

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