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Sie befinden sich hier: Presse. News. 2012. Oktober.

Biokunststoffe: Teil der Lösung

Biokunststoffe: Teil der Lösung

Noch sind Biokunststoffe zahlenmäßig von geringerer Bedeutung. Im Jahr 2010 wurden weltweit nur rund 0,7 Millionen Tonnen verarbeitet. Zum Vergleich: Allein in Deutschland werden jährlich rund elf Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Doch Experten sind sich einig: Biopolymeren und Bioplastics, also Kunststoffen aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen, gehört die Zukunft. Nicht allein, weil sie eine bessere CO2-Bilanz als herkömmliche Kunststoffe haben. Sondern vor allem deswegen, weil Kunststoff bisher aus Erdöl hergestellt wird – und diese Ressource ist endlich und verteuert sich.

Biokunststoff für Lebensmittelverpackungen
Die deutsche Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK) schätzt deshalb, dass sich der Einsatz von Bioplastics deutlich steigern wird – um über 20 Prozent pro Jahr. Bereits seit 1997 hat die IK Bioplastics als Zukunftsthema erkannt und einen Arbeitskreis zum Thema gegründet. Nicht ohne Grund: Denn über zwei Drittel der Biokunststoffe werden zu Verpackungen verarbeitet. Und die werden immer professioneller und haben längst Marktreife erlangt . Auch im Lebensmittel- und Getränkebereich halten Bioplastics Einzug. Coca-Cola ist beispielsweise mit seiner PlantBottle® in die Massenproduktion gegangen. Mindestens 30 Prozent der Kohlenstoffverbindungen in der neuartigen PET-Flasche stammen aus Pflanzenmaterial – und die Verpackung ist trotzdem komplett recycelbar. Auch Danone setzt bei verschiedenen Joghurtbechern auf Biokunststoffe.

Konkurrenz mit Lebensmittelproduktion?
Ähnlich wie in der Debatte um Biokraftstoffe, gibt es auch bei Biokunststoffen Bedenken, ob der Anbau der Pflanzen zur Kunststoffgewinnung den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen verdrängt. Das muss nicht sein, meint beispielsweise das Bundeslandwirtschaftsministerium. „Es gibt weiteres Potenzial“, sagte Clemens Neumann, Leiter der Abteilung Biobasierte Wirtschaft im Ministerium Mitte des Jahres auf der Chemiefachmesse Achema zum Thema Biokunststoffe. „Ich gehe davon aus, dass es bei den weltweiten Ackerflächen noch gewisse Reserven gibt, ohne dafür wertvolle Naturflächen unter den Pflug nehmen zu müssen“, so Neumann weiter. Es komme vor allem darauf an, landwirtschaftliche Flächen weltweit effizienter und gleichzeitig nachhaltiger zu bewirtschaften. „Bei nachhaltiger Produktion und Ressourceneffizienz kann es mit Hilfe der Bioökonomie trotz wachsender Weltbevölkerung gelingen, für ausreichend Nahrung, Rohstoffe und Energie zu sorgen“, erklärte Neumann.

Merkel: Welternährung hat Vorrang
Außerdem müssen Biokunststoffe in Zukunft nicht zwangsläufig aus Nahrungsmittelrohstoffen hergestellt werden. Anfang Oktober eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel das deutsche Bioraffinerie-Forschungszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft in Leuna. Hier wird im Verbund von Wissenschaft und Wirtschaft geforscht, wie man einen besonders häufig vorkommenden Pflanzenstoff als Rohstoff für Bioplastics nutzbar machen kann – das Lignin. Das Besondere: Lignin kommt auch in Holz, Holzresten und landwirtschaftlichen Reststoffen wie Stroh vor. „Die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln hat Vorrang vor der energetischen und industriellen Nutzung“, sagte Kanzlerin Merkel bei der Eröffnung. Deswegen sei es besonders positiv, dass das Forschungszentrum in Leuna vor allem auf Ausgangsstoffe wie Holz, Holzreste und Stroh setze – die eben keinen Einfluss auf den Lebens- und Futtermittelanbau hätten.


 
 

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