Hauptinhalt dieser Seite

Sprungmarken zu den verschiedenen Informationsbereichen der Seite:

Sie befinden sich hier: Presse. News. 2012. November.

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung (von Selina Juul)

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung (von Selina Juul)

Die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein Hinweis dafür, dass etwas grundlegend falsch ist mit unserer menschlichen Zivilisation. Die FAO schätzt, dass die weltweite Menge an verschwendeten Lebensmitteln jedes hungernde Kind, jeden an Hunger leidenden Mann und jede hungernde Frau auf der Welt ernähren könnte – und zwar dreimal.

Die Zukunft unserer Zivilisation steht vor großen Herausforderungen. Nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Probleme der wachsenden Nachfrage für die weltweiten Ressourcen wie Nahrung, Wasser und Energie fordern eine erhöhte Aufmerksamkeit. Der Pre-Rio +20 UN-Bericht “Resilient People, Resilient Planet: A Future Worth Choosing” besagt, dass in nur 20 Jahren die Erdbevölkerung mindestens 50% mehr Nahrungsmittel, 45% mehr Energie und 30% mehr Wasser benötigen wird. Bereits im Jahr 2030 brauchen wir zwei Planeten, um unseren Verbrauch zu erhalten.

Die Länder der EU verschwenden jährlich 89 Millionen Tonnen Lebensmittel. Dies ist äquivalent zu 179 kg pro EU-Bürger - und EU-Prognosen deuten darauf hin, dass die europäische Verschwendung in den nächsten acht Jahren um 42% steigen wird. Dies bedeutet, dass die Verschwendung von Lebensmitteln in Europa auf astronomische 126 Millionen Tonnen pro Jahr steigen wird. Wir müssen heute handeln - und zum Glück ist Hilfe auf dem Weg.

Die Macht der Verbraucher

In meinem letzten TEDxCopenhagen Talk sprach ich das Problem der Verschwendung von Lebensmitteln durch die Augen der Verbraucher an. Während die Verschwendung von Lebensmitteln in Entwicklungsländern durch Nach-Ernte Verluste verursacht wird, tragen in den entwickelten Ländern hauptsächlich der Handel und die Verbraucher die Verantwortung.

Als Verbraucher können Sie viel tun, um die Verschwendung zu bekämpfen. Auf diese Weise können Sie sowohl CO2-Emissionen reduzieren und Geld sparen: eine Win-Win-Situation. Zunächst einmal müssen Sie daran denken, dass Sie als Verbraucher eine große Macht haben: Sie haben Macht über den Einzelhandel - er hat keine Macht über Sie. Während die meisten der Einzelhändler versuchen, ihre Kunden dazu zu zwingen, mehr Essen zu kaufen als sie tatsächlich brauchen und wollen, haben die Verbraucher die Macht, nur das zu kaufen, was sie tatsächlich benötigen. Planung, Einkaufslisten, Kochen mit Speiseresten und Essen miteinander zu teilen sind einige Beispiele guter Werkzeuge gegen die Verschwendung. Hauptziel ist es, aufzuhören ein „Konsumenten-Zombie" zu sein und anzufangen nur das zu kaufen, was Sie wirklich brauchen - und alles zu nutzen, was Sie gekauft haben.

In europäischen Ländern wie Dänemark haben die Verbraucher eine bemerkenswerte Stellung eingenommen und Maßnahmen gegen Verschwendung von Lebensmitteln ergriffen. Unsere Organisation „Stop Wasting Food Movement“ - Dänemarks größte Non-Profit-Konsumenten-Bewegung gegen die Verschwendung von Lebensmitteln - hat zu dieser konstruktiven Entwicklung der Beeinflussung der öffentlichen Meinung beigetragen. Vor vier Jahren, als die Bewegung gegründet wurde, wurde nicht viel über die Verschwendung in Dänemark gesprochen. Heute ist "Lebensmittelverschwendung“ eines der zentralen Schlagworte in den Medien - und Politiker sowie das Europäische Parlament und die FAO beginnen Maßnahmen zu ergreifen.

„European Alliance Against Food Waste“

Aber die Verbraucher können nicht allein gegen die Verschwendung kämpfen. Alle Beteiligten müssen einbezogen werden: Landwirte, Industrie, Handel, Kantinen und Restaurants. Eine neues EU-Projekt, das 21 Partner (einschließlich dem „Stop Wasting Food Movement“) zusammenbringt, wird eine gemeinsame Front gegen die Verschwendung von Lebensmitteln bilden.

Eine europäische 4-Jahres-Kooperation im Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln FUSIONS (Food Use of Social Innovation by Optimising Waste Prevention Strategies). Unter den 21 Partnern aus 13 europäischen Ländern sind Universitäten, Institutionen, NGOs, Unternehmen und die FAO. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission finanziert. Mehr als 80 europäische Organisationen haben ihre Unterstützung für FUSIONS zugesagt. Das Projekt ist die weltweit erste gemeinsame und grenzüberschreitende Maßnahme gegen Verschwendung von Lebensmitteln.

Anfangsziel des Projektes ist es, die Messung der Menge an verschwendeten Lebensmitteln zu standardisieren. Das nächste Ziel ist es, eine europäische Plattform von Regierungs- und Nicht-Regierungs-Organisationen und Unternehmen aus der Lebensmittelwertkette, also Industrie, Handel und Verbraucherorganisationen, zu gründen. Die Plattform hat das Ziel, vereinfachte Daten zu identifizieren und zu präsentieren, damit die Evaluierung neuer Initiativen im Kampf gegen Verschwendung von Lebensmitteln vereinfacht wird. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugetragen und sollen der Entwicklung von technischen und politischen Empfehlungen für die gesamte Wertschöpfungskette und der EU dienen. Die Plattform wird dann die wichtigsten Akteure in der Europäischen Lebensmittel-Wertschöpfungskette motivieren und darin unterstützen, eine Reduktion der Verschwendung von 50 % bis 2020 zu erreichen.

Wir müssen gemeinsam gegen Verschwendung von Lebensmitteln vorgehen, um die grüne Zukunft unserer Zivilisation zu gewährleisten.

 
 

Mehr Informationen

Unsere Partner

FAO

FAO

Food and Agriculture Organization of the United Nations

fao.org
UNEP

UNEP

United Nations Environment Programme

unep.org
Messe Düsseldorf

Messe Düsseldorf

Messe Düsseldorf - eine der weltweit führenden Export-Plattformen.

messe-duesseldorf.com
Messe Düsseldorf

Messe Düsseldorf

Die globale Leitmesse für die Verpackungsindustrie

interpack.com

Pressereferat interpack 2017

presserefarat