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Sie befinden sich hier: Presse. News. 2013. Januar.

Russland: Große Bedeutung für künftige Welternährung

Russland: Große Bedeutung für künftige Welternährung

Die Experten sind sich einig: Russland wird bei der Sicherung der Welternährung eine entscheidende Rolle spielen – nicht zuletzt wegen seiner großen Flächenreserven. Nachhaltiger ist indes die Strategie der Vermeidung von Lebensmittelverlusten. Verpackungs- und Prozesstechnologie spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

In Russland, dem der Ausdehnung nach mit 17,075 Millionen Quadratkilometern mit Abstand größten Land der Welt, mangelt es nicht an für die Agrarwirtschaft geeigneten Flächen, die bisher noch nicht genutzt werden. Während laut des Agrar-Experten Prof. Harald von Witzke von der Berliner Humboldt-Universität in der EU etwa vier Millionen zusätzliche Hektar zur Verfügung stehen könnten, sind dies in Russland und anderen GUS Staaten mehr als dreimal so viel: Insgesamt 13 Millionen Hektar eignen sich grundsätzlich für die moderne Landwirtschaft.

Gleichzeitig fallen dort aber auch enorme Mengen an Lebensmittelverlusten an. Allein über 40 Millionen Tonnen Getreideprodukte gehen jährlich laut einer Teilstudie der FAO, die Russland gemeinsam mit anderen europäischen Ländern beleuchtet hat, verloren. Gelingt es zukünftig, diese enormen Verluste entscheidend zu reduzieren, könnte Russland – in Kombination mit der Neuerschließung landwirtschaftlicher Fläche – zukünftig einen wesentlichen Beitrag für die Sicherung der Welternährung leisten. Keine leichte Aufgabe, denn bereits im Jahr 2050 werden etwa neun Milliarden Menschen auf der Erde leben – die meisten davon in Städten fernab der Anbauflächen.

Lebensmittelverluste reduzieren nachhaltiger als Erweiterung der Anbauflächen

Die Welternährungsorganisation der vereinten Nationen (FAO) hat schon zum SAVE FOOD Kongress im Rahmen der interpack 2011 formuliert, dass es nachhaltiger sei, den Verlust von Nahrungsmitteln zu vermeiden als die Weltproduktion der Nahrungsmittel zu erhöhen. Internationale Studien zum Thema Nahrungsmittelverluste hatten das zuvor bestätigt. Die Priorität sollte in Russland daher darauf liegen, Lebensmittel vor dem Verderb oder der ungenutzten Entsorgung zu bewahren.

Schließlich ist die Produktion von Lebensmitteln ressourcenintensiv. Das gilt nicht nur für industriell verarbeitete Lebensmittel, sondern auch für landwirtschaftlich produzierte Grundnahrung. Für den Anbau von Getreide werden beispielsweise große Anbauflächen, Wasser oder auch Dünger benötigt. Mögen Fläche und gegebenenfalls auch Wasser zumindest in Teilen Russlands keine Mangelware sein, bleibt unabhängig davon die Ressource Energie, die für die Produktion der Nahrungsmittel verwendet werden muss. Verderben landwirtschaftlich produzierte Nahrungsmittel, bevor sie den Verbraucher erreichen oder werden sie unverzehrt entsorgt, ist zumindest ein Teil dieser Energie verloren. Eine bloße Erweiterung der Anbauflächen mit einem in der Folge immer größeren Energieeinsatz ist daher keine nachhaltige Lösung.

Um Lebensmittelverluste in Russland und andernorts zu reduzieren, gibt es zwei wesentliche Ansatzpunkte: die am Anfang der Produktionskette eingesetzte Technologie bei Anbau, Ernte, Lagerung, Transport und Logistik sowie Maßnahmen beim Verbraucher. Etwa die Hälfte der 40 Millionen Tonnen Getreideprodukte wird nämlich von den Konsumenten ungenutzt in die Mülltonne befördert. Dieser Anteil ist dabei in den westlichen Nationen tendenziell höher als in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

Bewusstsein für nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln

In Russland ist das Bewusstsein, dass nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln ein wichtiges Thema ist, durchaus vorhanden. Der Konsumgüterkonzern Unilever hat 2011 in einer Studie untersucht, wie die Einstellung der Menschen in zehn großen Volkswirtschaften der Welt zum Thema Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie ist. Ein Ergebnis: Eine Mehrheit der befragten Russen (51 Prozent) wäre bereit, in Restaurants und Bistros mehr zu bezahlen, wenn der Gastronomie-Betrieb dafür Strategien gegen Lebensmittelverschwendung und Lebensmittelverluste umsetzen würde. Zum Vergleich: In Deutschland wären dazu nur 40 Prozent der Bevölkerung bereit, in Großbritannien sogar nur 38 Prozent. Außerdem sind 55 Prozent der befragten Russen dafür, dass sich die Regierung für mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomie einsetzt – ein klares Statement gegen Lebensmittelverschwendung.

Verpackungs- und Prozesstechnologie als Schlüssel

Doch die nachhaltige Einstellung der Konsumenten alleine wird nicht ausreichen. Technologie, die Lebensmittel für Lagerung, Transport und schließlich beim Endverbraucher haltbarer macht, ist ein entscheidender Ansatzpunkt im Kampf gegen Lebensmittelverluste wie auch gegen deren Verschwendung. Moderne Verpackungs- und Prozesstechnologie schützt selbst empfindliche landwirtschaftliche Produkte bei Lagerung und Transport. Bei der Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen hilft wiederum Prozesstechnik beispielsweise durch keimfreie Abfüll- und Abpackmethoden dabei, dass Lebensmittel länger frisch bleiben. Mit Lebensmitteln, die dadurch länger lagerfähig sind, lässt es sich in den Haushalten flexibler planen. Es wird folglich weniger weggeworfen. In näherer Zukunft sind sogar Verpackungskonzepte denkbar, die eine vom Mindesthaltbarkeitsdatum unabhängige Kontrolle der Frische von Lebensmittel beispielsweise durch den Einsatz sensorischer Materialien erlauben. Selbst vorsichtige Verbraucher müssten dann Waren nicht am Tag des ablaufenden Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgen, weil sie befürchten, sie könnten schon verdorben sein. Es wäre vielmehr die Verpackung, die Auskunft über die Frische und bedenkenlose Verzehrbarkeit ihres Inhaltes Auskunft gibt. Neben diesen Hightech-Konzepten hilft aber auch eine ganz einfache Lösung dabei, dass weniger Lebensmittel verloren gehen: Kleinere (Portions-)verpackungen, die sich gerade in den immer zahlreicher werdenden Single-Haushalten flexibler nutzen lassen als die Standard- oder Familiengrößen.

Verpackungstrends auf der UPAKOVKA/UPAK ITALIA

Die UPAKOVKA/UPAK ITALIA, die zur Verpackungsfamilie der Messe Düsseldorf mit der interpack als Flaggschiff gehört, informiert die russischen Produzenten von Nahrungsmitteln jährlich im Januar über die neueste Verpackungs- und Prozesstechnik – von Standardlösungen bis hin zu High-Tech-Equipment. Organisiert wird die Veranstaltung von der Messe Düsseldorf GmbH mit ihrer russischen Tochtergesellschaft OOO Messe Düsseldorf Moskau in Kooperation mit dem italienischen Veranstalter Centrexpo. Parallel zur UPAKOVKA/UPAK ITALIA findet traditionell die interplastica statt, Russlands führende Fachausstellung für Kunststoffe und Kautschuk. Beide Veranstaltungen, die sich hinsichtlich Angebot und Besucherzielgruppen perfekt ergänzen, erwarten zur kommenden Ausgabe vom 29. Januar bis 01. Februar 2013 etwa 900 internationale Aussteller, die ihre Lösungen auf einer Fläche von rund 17.000 Quadratmetern netto vorstellen.

Im Rahmen der UPAKOVKA/UPAK ITALIA 2013 wird auch die SAVE FOOD Initiative der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Messe Düsseldorf eine Rolle spielen. So wird der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) in einem Vortrag mit dem Titel „Mit moderner Technik gegen Nahrungsmittelverluste“ über Hintergründe der Problematik in Russland sowie Lösungsansätze der Verpackungsindustrie informieren. Außerdem wird erstmals in Russland die SAVE FOOD Ausstellung zu sehen sein. Sie visualisiert internationale Lebensmittelverluste und soll die 20.000 Besucher somit noch einmal für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Gelingt dies, ist ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Ernährungssicherheit in Zukunft getan.

 
 

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