Davide Signa

Fischereibeauftragter und leitender Experte für Nahrungsmittelsicherheit beim SmartFish-Programm – Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

Davide Signa

Davide Signa

Davide Signa ist schon seit seiner Studentenzeit Nahrungsmittelverschwendungsaktivist, als er eine Gruppe von Studenten dazu veranlasste, in seiner Heimatstadt Palermo, Italien, die Rückgewinnung von übrig gebliebenen Lebensmitteln aus der Fakultätscafeteria zu Gunsten von Obdachlosen zu übernehmen.

Herr Signa hat zwei höhere Abschlüsse mit Auszeichnung erhalten, den ersten in Agriculture Sciences and Technology (Agrarwissenschaften und –technik) (1999) von der Universität Palermo und einen zweiten in Tropical and Subtropical Agricultural Sciences (Tropische und Subtropische Agrarwissenschaften) (2003) von der Universität Florenz.

Er begann seine berufliche Laufbahn mit einer Beschäftigung bei internationalen Nichtregierungsorganisationen zwischen 1999 und 2004 und nahm dann eine Stelle bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) an, wo er auch derzeit arbeitet.

Er war als Projektmanager für mehrere Projekte in den Bereichen Landwirtschaft und Fischerei in insgesamt elf Ländern in ganz Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika tätig.

In seiner Arbeit war er an mehreren Projekten im Zusammenhang mit der Effizienz der Wertschöpfungskette und Nahrungsmittelverlusten bei diversen Agrarrohstoffen von Getreide bis Gartenbauerzeugnissen beteiligt, und in jüngster Vergangenheit lag sein Schwerpunkt bei Fisch und Fischereierzeugnissen.

In seiner aktuellen Funktion beim SmartFish-Programm der FAO leitet er eine Reihe von Aktivitäten zu Nachernteverlusten in der kleinen Küstenfischerei im südlichen und östlichen Afrika sowie Regionen am indischen Ozean, die sowohl an der Basis als auch auf der Politikebene durchgeführt werden.

Er hat in enger Zusammenarbeit mit einer großen Bandbreite von Institutionen und Durchführungspartnern aus der Privatwirtschaft, in Nichtregierungsorganisationen, regionalen Wirtschaftsgemeinschaften (RECs), regionalen Fischereiorganisationen (RFBs), Ministerien und anderen UN-Agenturen gearbeitet, um einen Beitrag zu Entscheidungsprozessen über die Verringerung von Nachernteverlusten auf nationaler und regionaler Ebene zu leisten.
So haben die von ihm koordinierten Aktivitäten in enger Zusammenarbeit mit der privatwirtschaftlichen Strandkrabbenfischerei auf Madagaskar die Performance der Wertschöpfungskette signifikant erhöht und die Verluste aufgrund von Krabbensterblichkeit in den Zielgebieten von 27 % auf 15 % reduziert.

Herr Signa ist Mitglied der Save-Food-Initiative und war bei den beiden letzten Veranstaltungen zu Save Food als Teilnehmer und Redner beteiligt: der Save-Food-Konferenz während der World Food Week im Oktober 2013 und dem Treffen der Global Save Food Partnership im Dezember 2013.

Er lebt derzeit zusammen mit seiner Familie samt Hund auf der Insel Mauritius. 

3 Fragen an…
 
1. Welcher Aspekt des Problems der Nahrungsmittelverschwendung hat die größte Relevanz?

Mein Schwerpunktbereich ist die Reduzierung von Nachernteverlusten (PHL) in der kleinen Küstenfischerei in Afrika. Fisch gehört zu den am leichtesten verderblichen Agrarrohstoffen, und aufgrund der Ineffizienz der Wertschöpfungsketten in den meisten handwerklichen Fischereiwirtschaften in Afrika gehen jedes Jahr hunderttausende Tonnen Fisch verloren, was sich stark auf die Unsicherheit der Nahrungsmittelversorgung von Millionen afrikanischer Fischer und deren Familien auswirkt.   
 
2. Und was sollte geschehen, um die Lage an der Basis zu verbessern?

Unsere höchste Priorität besteht darin, die Dynamik dieser Verluste zu verstehen und die entscheidenden Interventionspunkte zu identifizieren. Weltweit gibt es viele preiswerte innovative Lösungen, und man kann sie leicht weiter verbreiten und ihre „Profitabilität“ nachweisen, um so deren Akzeptanz unter den Akteuren der Fischerei-Wertschöpfungskette zu stimulieren. Es bleibt auch viel zu tun, um an der Basis das Bewusstsein für die Bedeutung von Hygiene und sorgfältiger Handhabung zu stärken und so Nahrungsmittelverluste zu reduzieren.
 
3. Kennen Sie die Initiative SAVE FOOD bereits, und welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Initiative SAVE FOOD bei der Bekämpfung von Nahrungsmittelverlusten und Nahrungsmittelverschwendung?

Ich habe während meiner Arbeit bei der FAO/ im SmartFish-Programm die Initiative Save Food kennen gelernt. Bei den letzten beiden Save-Food-Veranstaltungen war ich als Teilnehmer und Redner dabei: der Save-Food-Konferenz während der World Food Week im Oktober 2013 und dem Treffen der Global Save Food Partnership im Dezember 2013.