Perfekt unperfekt

Tesco cucumbers

K)eine schöne Sache 
Sie gewinnen sicherlich keinen Schönheitswettbewerb – die verpackten Karotten, Pastinaken und Gurken der Serie ‚wonky veg.’ der britischen Supermarktkette Tesco, die seit 2016 in 200 ausgewählten Märkten preis-, umwelt- und sozialbewussten Kunden angeboten werden. Krumm und schief, farblich uneinheitlich oder zu klein – was die meisten unter uns als unansehnlich werten und nicht unbedingt als Erstes in ihren Einkaufskorb legen würden, ist absolut einwandfreie und genießbare Ware, die viel zu häufig unnötig entsorgt wird.                 

Möhren

Auch andere Supermarktketten wie Asda oder Morrison’s haben ähnliche Testprojekte gestartet, um ihrerseits die Mengen an Lebensmittelabfällen zu verringern. Foto: Morrison’s

Bereits 2013 startete der Supermarktriese mit wonky fruits die erste Kampagne für mehr Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Der Verkauf des „schiefen“ Obstes und Gemüses ist jedoch nicht Tescos einziges Projekt zu diesem Thema. Der Konzern arbeitet hart daran, die 50.000 Tonnen Nahrungsmittelabfälle, die seine Filialen jährlich generieren, deutlich zu reduzieren. Nach eigenen Schätzungen sind 30.00 Tonnen davon essbar. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk FareShare FoodCloud sollen überschüssige Lebensmittel, die im Supermarkt nicht mehr verkauft werden können, lokalen Wohltätigkeitsorganisationen zugutekommen.

Wonky foods

Auch Verbraucher freuen sich über die neue Produktlinie des ‚wonky foods’ zu günstigen Preisen. Die Verkaufszahlen stiegen seit dem Beginn der Initiative an. Foto: Tesco PLC

Weltweites Bewusstsein
Mit der neuen Produktserie reagiert Tesco auf einen globalen Trend, den die Verpackungsbranche bereits seit einigen Jahren in ihren Fokus genommen hat. Laut Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO gehen weltweit 1,3 Milliarden Tonnen an Lebensmitteln verloren.             

Französicher Supermarkt

Foto: Consommateurs au supermarché Luc Legay / flickr.com

Frankreich geht sogar einen Schritt weiter. Als erstes Land weltweit verpflichtet der französische Staat große Supermarkthändler mit einer Fläche ab 400 Quadratmetern seit Februar 2016 per Gesetz dazu, unverkaufte Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder nah daran ist, zu spenden.

Eine Lösung in dem Dilemma sind Verpackungen, die das Produkt vor Verderb schützen können. Daran arbeitet unter anderem ein internationaler Zusammenschluss von FAO, UNEP und der Messe Düsseldorf. Unter dem Dach der Initiative SAVE FOOD werden mithilfe von Wirtschaft, Industrie und Organisationen Projekte und Forschungsarbeiten unterstützt, die dazu beitragen können, Lebensmittelverluste und -verschwendungen einzudämmen.                            

Innovative Verpackungen

Innovative Verpackungen können die Haltbarkeit von Lebensmitteln verbessern und so zu weniger Verlust und Verschwendung beitragen. Foto: Supermarket, Ricardo / flickr.com

Gut geschützt durch die richtige Verpackung
Die ureigenste Aufgabe jeder Verpackung ist es, das Produkt zu schützen. Und das tut sie unabhängig vom Material seit über 5.000 Jahren recht zuverlässig. Heutige Verpackungsinnovationen gehen dabei allerdings einen deutlichen Schritt weiter. Sogenannte aktive Verpackungen regeln beispielsweise die Feuchtigkeit innerhalb der Verpackung und verhindern somit Keimbildung. Integrierte Absorber sind in der Lage, unerwünschte Reifegase zu neutralisieren und mithilfe intelligenter Nano-Sensoren zeigt die Verpackung sogar an, ob das verpackte Produkt noch frisch und genießbar ist. 

Date Labeling

Nicht selten ist fehlende Kenntnis über Haltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum schuld an der frühzeitigen Entsorgung von Lebensmitteln. Kampagnen wie die von ASDA helfen bei der Aufklärung: http://www.lovefoodhatewaste.com/content/date-labels-infographic / Foto: Infografik, FutureFood2050

Love Food – Hate Waste: Eine Kampagne der britischen Supermarktkette ASDA gegen Lebensmittelverschwendung.