Vita

Robert van Otterdijk, Agrarindustrie-Beauftragter, FAO

Robert van Otterdijk

Agrarindustrie-Beauftragter, FAO
Robert van Otterdijk ist Lebensmitteltechnologiefachmann, der seinen Studienabschluss 1958 an der Landwirtschaftlichen Universität Wageningen in den Niederlanden erwarb. Zunächst war er in den Bereichen Qualitätssicherung und Forschung & Entwicklung in der holländischen Nahrungsmittelindustrie tätig. Daraufhin stieß er 1989 zur Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und widmete sich dort Technologieprojekten im Nachernte- und Lebensmittelbereich in Ghana (Westafrika) und Tonga (Südpazifik).

Im Jahre 2002 kehrte er zur FAO zurück, dieses Mal als Beauftragter für die Agrarindustrie im Regionalbüro in Accra, Ghana. Nach sechs Jahren wechselte er zum FAO-Hauptquartier in Rom und nahm dort seine Tätigkeit als Beauftragter für die Agrarindustrie in der Rural Infrastructure & Agro-Industries Division auf. Zu seinen Hauptaufgaben zählen weiterhin Praxisprojekte vor Ort zur Entwicklung der Agrarindustrie in Afrika sowie nun auch vom Hauptsitz aus gesteuerte Programme in den Bereichen Vermeidung von Lebensmittelverlusten, Verarbeitung von Agrarprodukten und Qualitätsmanagement.

Fünf Fragen an Robert van Otterdijk

1. Welcher Aspekt des Problems der Lebensmittelverschwendung hat für Sie die größte Relevanz?

Alle Aspekte (Messung, Folgenabschätzung (auf die Umwelt, Klimawandel, die Wirtschaft, Lebensmittelversorgungssicherheit, die Gesellschaft), die Ursachen und Lösungen) sind von gleicher Relevanz, aber das wichtigste Problem, das man auch am schwersten beseitigen kann, ist die quantitative Messung von Nahrungsmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung auf nationaler Ebene bzw. Branchenebene.

2. Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg, in diesem Bereich Verbesserungen zu erreichen?

Forschung und Versuche zur Messung von Nahrungsmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung.

3. Sehen Sie schon eine positive Entwicklung in diesem Bereich?

Ja, es wurden bereits verschiedene Methoden zur Beurteilung und Messung von Nahrungsmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung entwickelt und befinden sich derzeit in der Pilotierung. Aber diese Versuche sind sehr teuer und es fehlen die Mittel, um sie in einem wünschenswerten Umfang durchzuführen.

4. Welche Maßnahmen von Institutionen würden Sie in Zukunft gerne sehen?

Nationale Ausschüsse zur Verminderung von Nahrungsmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung, die aus Interessengruppen aus dem öffentlichen und privaten Sektor bestehen und bei der Bekämpfung dieses Problems national sowie auf der Ebene von Branchen und Teilbranchen eine Führungsrolle übernehmen.

5. Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Initiative SAVE FOOD bei der Bekämp-fung von Nahrungsmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung?

Sie fördert und koordiniert Initiativen überall auf der Welt, regt zu Zusammenarbeit an und verbreitet Leitlinien zur Methodik, Strategie und Politikentwicklung.